vorsicht_buch2_2.gif

Bücher Balzert

schließt

am 24.12.2015

23.12.2015 Noch 2 Tage

Liebe Connie! Hast du gedacht, du kämst ungeschoren davon bei meiner Abschieds-Suada? Ganz falsch. Diese Suada soll ganz dir gehören. Ich bin vielleicht die Seele der Buchhandlung, aber zum Herzen gehörst du unabdingbar dazu. Ohne dich wäre alles nicht möglich gewesen. Von Anfang an hast du meinen Plan mitgetragen, obwohl er riskant war und abzusehen, dass wir mehr als ein bescheidenes Leben nicht werden führen können.

22.12.2015 Noch 3 Tage

Winteranfang! Dass ich nicht lache. Ich frage mich, warum ich mich diesmal rechtzeitig (?) um Winterreifen gekümmert habe. Das gehört übrigens zu meinen alternativlosen Zuständigkeiten in der Familie, genau so wie der Müll, das Besorgen von Getränkekästen, das Katzenklo (als typische Männersache), das Kehren - ja und der Weihnachtsbaum natürlich. Jahr für Jahr tigere ich kurz vor Weihnachten los, meistens nach der Arbeit, mied geschafft, im Dunkeln, bei Regen, Wind, Schnee, egal, ab in einen dieser Zwinger, in denen die armen Baumverkäufer hausen.

21.12.2015 Noch 4 Tage

Die Abschieds-Suada neigt sich dem Ende entgegen. Sie begann am 01.10.2015 mit dem Satz: "Sie werden es nicht glauben, aber ich erinnere mich noch genau an die allererste Kundin hier im Laden." Heute schreibe ich die 57.Folge. Wer mich lesend dabei begleitet hat, dem fügt sich vielleicht aus der Gesamtheit der scheinbar zusammenhanglos nebeneinander stehenden Episoden, Betrachtungen, Kommentare, Wortspielereien, Gedichte ein Puzzle zusammen, das dem Buchhändler in der Poststraße ein Gesicht gibt, möglicherweise sogar einen Charakter.

18.12.2015 Noch 6 Tage

Man wird ja im Leben von Kindheit an begleitet von Ratschlägen und Ermahnungen. Zuerst soll man sich warm anziehen, später sich gut überlegen, ob die Frau, die man den Eltern vorgestellt hat, auch die richtige ist. Ein geradezu biblisches "Bedenke, was du tust", legt sich über alle Entscheidungen des Lebens. Aber Nachdenken allein führt nicht zur Gründung einer Buchhandlung. "Am Ende war die Tat", wohlüberlegt und sorgfältig geplant. Warum es letztendlich trotzdem nicht mehr funktionierte? "Wer die Wahrheit sucht", wird keine oder zumindest keine einfache finden.

17.12.2015 Noch 7 Tage

Mein Dank geht auch an die Industrie- und Handelskammer (IHK) des Saarlandes, die ihre unermüdlichen Wirtschaftsbeziehungsanbahnungsreisen für den Mittelstand in die ganze Welt unter anderem durch die Zwangsmitgliedschaftsbeiträge auch kleinster Geschäfte finanziert, was für mich jährlich den Rohertrag aus dem Verkauf von circa 40 Hardcover-Romanen à € 20,- bedeutete.

16.12.2015 Noch 8 Tage

"Heute gibt es keine Suada. Es ist schon spät. Ich bin müde und mir fehlt der Wortschwall." "Aber das kannst du nicht machen. Manche haben sich jetzt daran gewöhnt wie an das tägliche Kalenderblatt." "Jetzt übertreib' nicht. Mir fällt nichts ein." "Erzähl doch, wie du mal in Berlin beim Zeitung holen Günter Grass getroffen hast." "Es hat jeder mal einen Prominenten getroffen. Die Leute interessiert das private Zeug nicht. Ein Buchhändler sollte nüchtern bei der Sache bleiben, also z.B.

15.12.2015 Noch 9 Tage

Eine ehemalige Mitarbeiterin, deren Name hier nicht genannt werden soll, besaß neben vielen Vorzügen auch die Gabe der Verwirrung. So sah sich der Kunde, der sein Buch abholen wollte, beispielsweise mit der kommentarlosen Information konfrontiert, der Titel sei nicht gekommen, er habe die #07. Erst auf Nachfrage wurde der Kunde aufgeklärt, dass es sich bei der #07 um eine sogenannte buchhändlerische Meldenummer handelt und im Klartext: vergriffen/keine Neuauflage bedeutetet.

14.12.2015 Noch 10 Tage

Es wäre absurd, Buchhändler zu werden, ohne Bücher und das Lesen zu lieben. Der Pilot liebt das Fliegen, der Musiker sein Instrument. Niemand wird auf die Idee kommen, das anzuzweifeln oder moralisch in Frage zu stellen. Bei andern Berufen wird das schon etwas heikler. Was liebt eigentlich der Pharma-Produzent, der Fleisch-Fabrikant oder der Hersteller von Waffen? Und ist es eigentlich Sache der unzähligen Arbeiter und Angestellten solcher Firmen, was mit den Produkten geschieht, an deren Herstellung sie mit ihren Köpfen und Händen mitwirken? In aller Regel wird die Antwort Nein lauten.

Seiten

Bücher Balzert  RSS abonnieren